Nach ereignisreichen Tagen in Osaka führte uns unser Weg, mit der ersten längeren Zugfahrt (noch kein Shinkansen-Bullet train), nach Koyasan und auf den Mt. Koya. Die Zugfahrt selbst bot uns einen graduellen Wechsel von der belebten Stadt zur idyllischen Natur, bis wir über mehrere Transportmittel schlussendlich im Zentrum Koyasans ankamen.
Des Dorfes Identität ist zu 100% buddhistische Tempel, alle paar Meter stößt man auf einen neuen Tempeleingang, keine zwei gleich. Gesamt existieren in der 2700 Einwohner Stadt 117 Tempel, wobei ca. 50 davon als Shukubo (Tempelunterkünfte) genutzt werden.


Und diese Nächtigungen sind wahrlich ein einzigartiges Erlebnis. Wir hatten die Ehre unsere erste Nacht in einem Zimmer zu verbringen, wie man es sich vorstellt wenn von typisch feudalem Japan die Rede ist. Bambusmatten am Boden, Schiebetüren aus Holz und Papier, Sitzpölster und einen schienbeinhohen Tisch um das ein oder andere Tässchen Tee zu genießen.

Auch mit typischen japanischen Gewändern (Yukata – ein japanisches Sommergewand; und Haori – ein dunkle Robe zum überwerfen) wurden wir ausgestattet, mit denen wir auch gleich das Abendessen genossen. Dieses Mahl wurde von einem 80 jährigen Meisterkoch ganz nach buddhistischer Tempelmanier zubereitet und war eine leckere und spannende Angelegenheit.

Oh und wir sind ab sofort Jedi Padawans.

Anschließend ging es für uns zu einer abendlichen Tour, einer Führung durch den tausende Jahre alten Friedhof und der Grabstätte des Begründers von Koyasan. Der Friedhof ist abends definitiv einen Besuch wert, aber da wir nun wissen, dass eine gebuchte Tour für einen nächtlichen Besuch nicht notwendig wäre, würden wir uns beim nächsten Mal eher auf eigene Faust auf den Weg machen, um das Areal zu erkunden. Wir hatten aber auch im Zuge der Tour die Gelegenheit ein paar tolle Schnappschüsse des Areals zu machen und unser Guide konnte uns mit Charme und Humor, einige überraschende Informationen über den Friedhof mitgeben.


Den darauffolgenden Tag begannen wir um Punkt 0630 im Gebetszimmer des Shukubo, in dem wir einem morgendlichen Mönchsritual beiwohnen durften, bevor wir uns ein weiteres Mahl des besagten Chefkochs einverleiben durften. Es war ein regnerischer Tag, also entschieden wir uns noch ein wenig zu rasten, bevor wir uns auf die längere Reise zurück nach Osaka und von dort gleich weiter nach Kyoto machten. Ehrlich gesagt war das der perfekte Zeitpunkt für einen Regentag. In Kyoto angekommen, entspannten wir ein wenig im riesigen Shoppingareal des Hauptbahnhofs, gönnten uns Ramen und ein paar Mehlspeisen und verbrachten den Rest des Tages anschließend in unserem naheliegenden Hotel, mit Wäsche waschen und entspannen.
Der zweite Tag in Kyoto war dann schon um einiges aufregender. Nach einem ausgezeichneten Hotelfrühstück, ging es für uns zum Samurai und Ninja Museum, in dem wir eine Samurai Trainingsstunde absolvierten und an einer kleinen Ninja Wurfstern Herausforderung teilnahmen, letzteres fiel leider zu Gunsten der Styroporzielscheiben aus, die mehr Gouda als Emmentaler aus dem Ganzen hervorgingen, wobei der ein oder andere Shuriken nicht zu weit vom Ziel entfernt war. Außerdem hatten wir eine geführte Museumstour mit einem herzhaften amüsanten Guide, die uns extremst viele Informationen zur Geschichte der Samurais mitteilen konnte.



Danach taumelten wir in den angrenzenden Nishiki- Markt, ein weiteres Areal aus engen Gassen gefüllt mit Streetfoodhändlern und Souvenirshops, bei denen wir das ein oder andere Mal zugeschlagen haben.
Unser abschließendes Ziel für den Tag, der Fushimi Inari Taisha Shinto Shrine. Hierfür haben wir uns jedoch entschieden, ihn bei Nacht zu besuchen, einerseits in der Hoffnung den Menschenmassen ein wenig zu entkommen und andererseits, um eine atmosphärische Abwechslung zu erwirken. Wir denken es ist uns erfolgreich gelungen. Es waren zwar immer noch einige Leute dort um den Schrein und den Berg zu erkunden, aber es hat sich im Zuge des Pfades der 1000 Torii Gates ziemlich gut aufgeteilt und wir hatten mehrere Abschnitte in denen wir vollkommen ungestört sein konnten.



Tag 3 des Kyoto Erlebnisses begann für uns gleich in aller Früh im Arashiyama Bambus-Hain und die frühe Uhrzeit war notwendig. Ein äußerst beliebtes Touristenziel und bereits um 8 Uhr schon sehr gut besucht, bewegen ist ab 10 Uhr dann kaum mehr möglich. Der Hain selbst war traumhaft, jedoch der Pfad durch den Hain ein wenig kurz.


Wir entschieden uns anschließend noch den Berg zum Arashiyama Monkey Park zu erklimmen und wurden mit einer Vielzahl kleiner und großer Affen belohnt die es sich dort gut gehen ließen.


Von dort ging es anschließend direkt mit einer optimalen Busverbindung zum Kinkaku-ji, dem goldenen Pavillon. Eine äußerst beliebte Tempel- und Parkanlage und wahrscheinlich einer der bekanntesten Tempel in Kyoto und dementsprechend gut besucht. Trotz der großen Menschenmenge ging die Erkundung des Areals sehr flüssig und wir hatten die Chance einige schöne Einblicke zu erhaschen und Bilder zu machen bevor wir uns wieder zurück ins Zentrum der Stadt machten.


Unser letzter Stopp an diesem Tag war dann das Teamlab Biovortex Kyoto. Ein interaktives Digital Art Museum, dem ARTE Museum aus Busan nicht unähnlich, jedoch wurde dieses erst Oktober letzten Jahres eröffnet und brachte einige neue Ideen zur Erfahrung hinzu und man selbst konnte ein wenig aktiver an den Angeboten teilnehmen. Definitiv einen Besuch wert, wir selbst verbrachten um die 2 Stunden mit den verschiedenen Installationen des Museums.


Die nächsten Tage in Kyoto werden uns hoffentlich wieder sehr tief in die Kultur Japans und der Stadt eintauchen lassen, da wir im Zuge des Miyako Odori Festivals die Gelegenheit haben an einer offiziellen Teezeremonie und einer anschließenden Geisha Show teilnehmen zu dürfen.
English:
After an eventful few days in Osaka, our journey took us on our first long train ride (not yet on the Shinkansen bullet train) to Koyasan and up Mt Koya. The train journey itself offered a gradual transition from the bustling city to idyllic countryside, until, after changing transport several times, we finally arrived in the centre of Koyasan.
The village’s identity is 100% Buddhist temples; every few metres you come across a new temple entrance, no two alike. In total, there are 117 temples in this town of 2,700 inhabitants, with around 50 of them used as shukubo (temple lodgings).


And these overnight stays in one of those shukubos are truly a unique experience. We had the honour of spending our first night in a room just as one imagines when thinking of typical feudal Japan. Bamboo mats on the floor, sliding doors made of wood and paper, cushions to sit on, and a shin-high table to enjoy a cup or two of tea.

We were also provided with traditional Japanese garments (yukata – a Japanese summer robe; and haori – a dark robe to throw over the shoulders), which we wore straight away to enjoy our dinner. This meal was prepared by an 80-year-old master chef in true Buddhist temple style and was a delicious and fascinating affair.

Oh and by the way, we became Jedi there.

Afterwards, we set off on an evening tour, a guided walk through the thousand-year-old cemetery and the burial site of the founder of Koyasan. The cemetery is definitely worth a visit in the evening, but since we now know that a booked tour isn’t necessary for a night-time visit, next time we’d rather set off on our own to explore the grounds. However, during the tour we still had the opportunity to take some great snapshots of the area, and our guide, with charm and humour, shared some surprising facts about the cemetery with us.


The following day began at 0630 sharp in the Shukubo’s prayer room, where we were allowed to witness a morning monk’s ritual before tucking into another meal prepared by the aforementioned head chef. It was a rainy day, so we decided to rest a little longer before setting off on the long journey back to Osaka and from there straight on to Kyoto. To be honest, it was the perfect time for a rainy day. Once we arrived in Kyoto, we relaxed a little in the huge shopping area at the central station, treated ourselves to some ramen and a few pastries, and then spent the rest of the day at our nearby hotel, doing laundry and relaxing.
The second day in Kyoto was a lot more exciting. After an excellent hotel breakfast, we headed to the Samurai and Ninja Museum, where we took part in a samurai training session and a little ninja throwing star challenge; unfortunately, the latter ended in favour of the polystyrene targets, which emerged from the whole affair looking more like Gouda than Emmentaler, although one or two shuriken didn’t land too far of the mark. We also had a guided tour of the museum with a hearty, amusing guide who was able to provide us with a wealth of information on the history of the samurai.



Afterwards, we wandered into the adjacent Nishiki Market, another area of narrow alleys filled with street food vendors and souvenir shops, where we picked up a few things here and there.
Our final destination for the day was the Fushimi Inari Taisha Shinto Shrine. However, we decided to visit it at night, partly in the hope of escaping the crowds a little and partly to create a change of atmosphere. We think we succeeded. Although there were still quite a few people there exploring the shrine and the mountain, they were fairly well spread out along the path of the 1,000 torii gates, and we had several sections where we could be completely undisturbed.



Day 3 of our Kyoto adventure began for us first thing in the morning at the Arashiyama Bamboo Grove, and getting there early was essential. It’s an extremely popular tourist destination and already very busy by 8 am; after 10 am, it’s almost impossible to move around. The grove itself was stunning, though the path through it was a bit short.


We also decided to climb the hill to Arashiyama Monkey Park and were rewarded with a multitude of monkeys, both small and large, enjoying themselves there.


From there, we took a direct bus to Kinkaku-ji, the Golden Pavilion. An extremely popular temple and park complex and as one of the most famous temples in Kyoto, it was, unsurprisingly, very busy. Despite the large crowds, exploring the grounds went very smoothly and we had the chance to catch some lovely glimpses and take photos before heading back into the city centre.


Our final stop of the day was TeamLab Biovortex Kyoto. An interactive digital art museum, not unlike the ARTE Museum in Busan, though this one only opened last October and introduced some fresh ideas to the experience, allowing visitors to participate a little more actively in the exhibits. Definitely worth a visit; we spent around two hours exploring the museum’s various installations and had a lot of fun with it.


We hope that the next few days in Kyoto will allow us to immerse ourselves deeply in Japanese culture and the city once again, as we’ll have the opportunity to take part in an official tea ceremony and a subsequent geisha show during the Miyako Odori Festival.