Nachdem wir den letzten Tag mit Safari und schlechtem Wetter ausklingen ließen, ging es für uns am nächsten Tag gleich früh morgens mit dem Touristenbus nach Pokhara. Die Fahrt ein wenig kürzer und definitiv angenehmer aufgrund von, -Zitat Matthias- „Straßen wie auf der deutschen Autobahn“, je näher wir nach Pokhara kamen.
Pokhara ist definitiv eine 180 Grad Wende zu Kathmandu. 2 Städte die verschiedener nicht sein könnten. Auf einer Seite der Großstadttrubel, auf der anderen der Fokus auf Natur und Idylle. Uns hat es sofort in den nächstgelegenen Park verschlagen, der direkt am See liegt, und frei grasende Kühe beherbergt, bevor uns die Abenteuerlust packte und wir uns ein kleines Kanu mieteten mit dem wir, wie viele andere, hinaus auf den See sind. Definitiv jeden Penny wert, die Zeit auf dem See war idyllisch und die Aussicht grandios. Falls man beim Rudern Synchronitätsprobleme hat wie Matthias und Ich, dann kann man auch weniger stur sein und sich einfach für einen kleinen Aufpreis einen professionellen Führer hinzumieten.
Nach einem kurzen tibetischen Abendessen in einem schnukeligen Familienbetrieb haben wir uns auf das Highlight unseres Aufenthalts in Nepal vorbereitet, den Poon Hill Trek.
Am nächsten Tag früh morgens wurden wir bereits bei unserem Hotel mit der ersten kleinen positiven Überraschung abgeholt, obwohl wir eigentlich mit einer Gruppe wandern hätten sollen, hatten wir das Privileg eines privaten Guides, Tanka.
Tag 1: Dann ging es schon mit dem Auto los zum Start unseres Treks, Birethanti. Von dort aus ca. 3 Stunden entspanntes Wandern durch hügeliges Gebiet bis zur Mittagspause in einer kleinen Pension. Wir voller Tatendrang, energiegeladen und motiviert, stärken uns für den zweiten Teil des Tages, unwissend. Nach ca. einer Stunde durch ähnliches Gebiet überbringt uns unser Guide Tanka eine weitere Überraschung, diesmal eine die er behalten hätte können. Die 4600 Stufen des Grauens. Für die anschließenden 2 Stunden, Schritt für Schritt, Stufe nach Stufe, kein Ende in Sicht wurden 700 Höhenmeter erklommen bis wir schlussendlich in einem Guesthouse in Ulleri mit schöner Aussicht auf Berge und Natur angekommen sind und den Abend bei Abendessen und anschließend am „Chulo“ des Hauses, ein traditioneller lehmverkleideter Holzofen, ausklingen lassen konnten.
Start auf ca 1065m, Ende auf 2050m. Distanz 12km Stufenstand: 4600
Tag 2: Geplagt von Albträumen von den Stufen des Vortages ging es dann weiter mit unserem nächsten Ziel, von Ulleri aus nach Ghorepani (ursprünglich eine Pferdestation: Ghore=Pferd, pani= Wasser; jetzt ein zentraler Punkt für eine Vielzahl an Treks in diesem Gebiet). Weitere 800 Höhenmeter zu erklimmen, diesmal jedoch durch einen Dschungel und nur einem Zehntel der Stufen des Vortages, schön über die gesamten 7km verteilt. Von hier an waren die Wälder mit blühenden Rhododendron-Bäumen gespickt die uns den gesamten Trek über begleitet und die Wälder in Farbe getaucht haben. Anscheinend soll dieses Farbenspiel nur zu dieser Jahreszeit zu erleben sein. Definitiv der angenehmste und kürzeste Tag des Treks, da wir bereits um die Mittagszeit in unserer Unterkunft ankamen und dort den Nachmittag wärmend an einem weiteren Chulo verbrachten. Hier merkten wir, dass Ghorepani ein Umschlagepunkt für Trekker aus allen Richtungen ist. Eine Gruppe nach der anderen trudelte bei uns ein, sowie auch in jedem anderen Guesthouse von Ghorepani; alle mit der Absicht den Sonnenaufgang auf Poon Hill zu bewundern.
Start auf 2050m, Ende auf 2870m. Distanz: 7km Stufenstand: 460
Tag 3: Der definitiv längste und wichtigste Tag des gesamten Treks. Ca. eine Stunde vor Sonnenaufgang aufgestanden, ging es 350m über Stufen zu Poon Hill hoch, 1200+ davon. Oben angekommen warteten wir in der Kälte auf den Sonnenaufgang, wobei jede Minute ein wenig mehr der umliegenden Gebirgsketten zu sehen war. Die nächste Stunde wurde dann damit verbracht die Dhaulagiri Gebirgskette mit dem Dhaulagiri I (8167m) im Zentrum, den südlichen Teil der Annapurna Gebirgskette mit dem Annapurna South (7219m) sowie den heiligen Machapucharé (auch Fishtail genannt; 6993m) im gleißenden Sonnenlicht zu fotografieren und zu bestaunen.
Nach einem kurzen Frühstück in Ghorepani ging es dann für uns weiter Richtung Ghandruk, ein Dorf auf ca. 2000m, jedoch zuerst ein weiterer Aufstieg von 1200+ Stufen zu einem Aussichtspunkt, wieder ca. 350m über Ghorepani, von dem wir weitere atemberaubende Anblicke der verschiedenen Gebirgsketten erhaschen konnten.
Der folgende Abstieg über 16km hat uns klar gezeigt, es gibt einen falschen Weg den Poon Hill Trek zu bestreiten. Während wir hier beinahe durchgehend über hohe Stufen um 1200 Höhenmeter abgestiegen sind, sind uns Wanderer entgegengekommen, die uns leid taten, da wir wussten, was noch vor ihnen liegt. Unserer Einschätzung, und auch der Meinung unseres Guides Tanka nach, sollte der Poon Hill Trek im Uhrzeigersinn durchgeführt werden. Ich würde 100 Mal die 4600 Stufen nehmen bevor ich die Monstrositat, die sich den Wanderweg von Ghandruk nach Ghorepani nennt, erklimmen würde. Bergab war das ganze um einiges angenehmer und wir konnten die geplanten 20km des Tages um 14:30 in einem kleinen Guesthouse kurz vor Ghandruk abschließen und ein wenig relaxen.
Start auf 2870m, Aufstieg auf 3210m, gefolgt von einem Abstieg auf 2870m und einem weiteren Aufstieg auf 3200+m. Ende dann auf 2000m.
Distanz: 20km Stufenstand: 2500 Stufenstand Abstieg: vermutlich um die 2500
Tag 4: Der Abschlusstag des Treks begann mit einem traumhaften Ausblick auf den Sonnenaufgang, die Blicke auf den naheliegenden Machapucharé blieben uns jedoch, dank lästigen Nebels, verwehrt. Von hier blieb dann ein simpler letzter Abstieg, wieder über endlose Stufen über 3 Stunden, bevor wir dann mittels Auto zurück nach Pokhara gebracht wurden. Der vermutlich schmerzhafteste Abschnitt des Tages war die Stiege im Hotel die unseren Muskelkatern ganz und gar nicht gefallen hat. Aber das kuschelige Bett und die warme Dusche haben wir uns anschließend redlich verdient.
Anfang auf 2000m, Ende auf 1500m. Distanz: 5km Stufenstand: 0 Stufenstand Abstieg: vermutlich 1500
Gesamtdistanz: 44km
Gesamtstufenstand Aufstieg: 7500
Gesamtstufenstand Abstieg: 4000
Hier möchte ich auch noch einmal unseren Tourguide Tanka preisen. Er hat sich um alles gekümmert, die besten verfügbaren Unterkünfte gebucht, sich durchgehend um uns und unser Wohlergehen gekümmert und uns die bestmöglichste Experience beschert. Keine bezahlte Werbung sondern einfach eine nette Geste unsererseits sein eigenes Trekking Business hier aufzuzeigen: Highland Treasure Treks & Adventures
Mein Fazit: Ein traumhaft schöner Trek, der jeden Tag mit einer neuen Landschaft begeistert und bei gutem Wetter einen atemberaubenden Höhepunkt bietet.
Falls Treppensteigen neben Breakdance einmal zu einem Olympischen Sport werden sollte, dann könnte der Poon Hill Trek hierfür eine attraktive Trainingslocation werden. Wenn man die Stufen lieber meiden möchte, dann wurde uns von mehreren Quellen der Annapurna Circuit sowie der Upper Mustang Trek empfohlen, definitiv die beiden Treks in Nepal mit den wenigsten Stufen.
English:
After rounding off the last day with safari and heavy rain, we set off early the next morning on a tourist bus to Pokhara. The journey was a bit shorter and definitely more pleasant thanks to – to quote Matthias – “roads like the German motorway”, the closer we got to Pokhara.
Pokhara is definitely a complete turnaround from Kathmandu. Two cities that couldn’t be more different. On one side, the hustle of the big city; on the other, a focus on nature and idyllic surroundings. We immediately found ourselves in the nearest park, which lies right by the lake and is home to cows grazing freely, before our thirst for adventure got the better of us and we hired a small canoe with which we, like many others, headed out onto the lake. Definitely worth every penny; the time on the lake was idyllic and the view magnificent. If, like Matthias and me, you have trouble rowing in sync, you can always be less stubborn and simply hire a professional guide for a small extra fee.
After a quick Tibetan dinner at a cosy family-run place (presumably, as we were served by a teenager), we prepared for the highlight of our stay in Nepal: the Poon Hill Trek.
Early the next morning, we were picked up right at our hotel with the first little pleasant surprise: although we were supposed to be trekking with a group, the group was just us 2 and we had the privilege of a private guide, Tanka.
Day 1: We then set off by car to the start of our trek, Birethanti. From there, about 3 hours of relaxed walking through hilly terrain until our lunch break at a small guesthouse. Full of enthusiasm, brimming with energy and motivation, we fortified ourselves for the second part of the day, unaware of what lay ahead. After about an hour through similar terrain, our guide Tanka delivered another surprise – this time one he could have kept to himself. The 4,600 steps of horror. For the next two hours, step by step, with no end in sight, we climbed 700 meters in altitude until we finally arrived at our guesthouse in Ulleri. There we had an amazing view of the mountains and nature, and were able to round off the evening with a simple but delicious dinner and then gathered round the house’s ‘chulo’, a traditional clay-lined wood-burning stove.
Start at approx. 1,065m, finish at 2,050m. Distance 12km Stairs: 4,600
Day 2: Haunted by nightmares of the previous day’s stairs, we pressed on towards our next destination, from Ulleri to Ghorepani (originally a horse station: Ghore = horse, pani = water; now a central hub for a multitude of treks in this area). Another 800 meters of elevation to climb, this time through jungle, though with only a tenth of the stairs from the previous day, nicely spread over the entire 7km. From this moment onwards started the blooming rhododendron trees to paint the surrounding forest during our next days in beautiful pink and red. Apparently, they are blooming only during this time of the year. Definitely the most pleasant and shortest day of the trek, as we arrived at our accommodation around midday and spent the afternoon warming ourselves by another chulo. Here we realised, that Ghorepani is a hub for trekkers from all directions. One group after another trickled in, just as they did at every other guesthouse in Ghorepani; all with the intention of seeing the sunrise from Poon Hill.
Start at 2050m, finish at 2870m. Distance: 7km Stairs: 460
Day 3: Definitely the longest and most important day of the entire trek. We got up about an hour before sunrise and climbed 350m up to Poon Hill via stairs, over 1200 of them. Once at the top, we waited in the cold for the sunrise, with a little more of the surrounding mountain ranges coming into view with every passing minute. We then spent the next hour photographing and marvelling at the Dhaulagiri mountain range, with Dhaulagiri I (8,167 m) at its centre, the southern part of the Annapurna mountain range with Annapurna South (7,219 m), and the sacred Machapucharé (also known as Fishtail; 6,993 m) in the glistening sunlight.
After a quick breakfast in Ghorepani, we set off towards Ghandruk, a village at around 2,000m, but first we had to climb another 1,200+ stairs to a viewpoint, again about 350m above Ghorepani, from where we could catch further breathtaking views of the various mountain ranges.
The subsequent 16-kilometre descent made it clear to us that there is a wrong way to tackle the Poon Hill Trek. Whilst we descended almost continuously over high steps covering 1,200 metres in altitude, we encountered hikers coming towards us whom we felt sorry for, as we knew what still lay ahead of them. In our opinion, and also in the view of our guide Tanka, the Poon Hill Trek should be done in a clockwise direction. I would take the 4,600 steps 100 times over before I would climb that monstrosity known as the trail from Ghandruk to Ghorepani. The descent was much more pleasant, and we were able to complete the planned 20 km of the day by 2:30 pm at a small guesthouse just before Ghandruk.
Start at 2,870m, ascent to 3,210m, followed by a descent to 2,870m and a further ascent to 3,200+m. Ending then at 2,000m.
Distance: 20km Stairs climbed: 2500 Stairs descended: probably around 2,500
Day 4: The final day of the trek began with a stunning view of the sunrise, though the views of the nearby Machapucharé were denied due to pesky fog. From here, it was a simple final descent, again over endless steps for over 3 hours, before we were driven back to Pokhara. Probably the most painful part of the day was the staircase in the hotel, which our aching muscles certainly didn’t appreciate. But we gladly embraced the cosy bed and warm shower afterwards.
Start at 2000m, finish at 1500m. Distance: 5km. Stairs climbed: 0. Stairs descended: around 1500
Total distance: 44 km
Total stairs climbed: 7500
Total stairs descended: 4000
I’d also like to take this opportunity to praise our tour guide, Tanka, once again. He took care of everything, booked the best available accommodation, looked after us and our well-being throughout, and gave us the best possible experience. This is not a paid advertisement, but simply a kind gesture on our part to highlight his own trekking business here: Highland Treasure Treks & Adventures
My conclusion: A marvelously beautiful trek that delights with a new landscape every day and, in good weather, offers a breathtaking highlight.
If stair-climbing were ever to become an Olympic sport alongside breakdancing, the Poon Hill Trek could very well become an attractive training location for it. If you’d rather avoid the steps, several sources recommended the Annapurna Circuit and the Upper Mustang Trek to us – definitely the two treks in Nepal with the fewest steps.

















