Jeju- eine Insel geschaffen aus den feurigen Adern unserer Welt. Aus einer Vielzahl von vulkanischen Eruptionen bildete sich diese Insel über einen Zeitraum von über einer Million Jahren. Heute eine Landmasse durchzogen von Oreums (vulkanische Landkegel) und Lavatunneln und im Zentrum des Ganzen, Hallasan, ein ruhender Vulkan und der höchste Berg Südkoreas.
Unser Flug nach Jeju verlief problemlos und war wie im Flug vorbei. Am Flughafen angekommen gleich Mal die erste Erkenntnis, der Flughafen auf Jeju, für knapp 700.000 Einwohner auf der gesamten Insel, ist größer als der Flughafen in Busan mit ca. 3,5 Millionen Einwohnern. Das wurde uns schnell bewusst, als wir den halben Flughafen durchquerten, um unser Hauptgepäck für 4 Tage dort zu lagern, während wir uns mit einem kleinen Rucksack ausgerüstet auf den Weg machten die Insel zu erkunden.
Die zweite Erkenntnis kam sofort darauf, als wir beim Verlassen des Flughafens von Palmen und tropischem Feeling begrüßt wurden. Jeju Island ist einer tropischen Insel näher als gedacht. Unerwartet, aber eine erfreuliche Überraschung.


Dieses tropische Feeling nahmen wir auch mit zum ersten Ziel unserer Erkundung, dem Hamdeok Beach. Azurblaues Wasser, weißer Sandstrand und Klippen aus Vulkangestein, glaube nicht, dass ich noch mehr dazu sagen muss und falls doch sollte ein Wort genügen, Hollywood. Auch das Strandcafé war Teil unserer Erkundungstour, in dem wir, mit dem Hintergedanken eines kulinarischen Abenteuers, redlich zugeschlagen haben.


Nach einigen Stunden des Entspannens an der Küste und auch teilweise knietief im Wasser, ging es mit dem Bus weiter zu unserer ersten Unterkunft im Osten der Insel, in Seongsan. Nachdem wir wussten, dass das Wetter am kommenden Tag miserabel sein wird, haben wir uns entschieden den sogenannten „Sunrise Peak“ zu unserem persönlichen „Sunset Peak“ umzuwandeln und ihn stattdessen zum Sonnenuntergang zu erklimmen. Unglücklicherweise hat sich die Sonne zwar temporär blicken lassen, ist jedoch 30 Minuten vor Sonnenuntergang hinter lästigen Wolken verschwunden und damit floppte das Ganze am „Sunyonara Peak“. Trotzdem hatten wir ein paar schöne Augenblicke und hatten ein kleines Aufwärmen für den letzten Tag unseres Jeju Aufenthalts.
Wie angekündigt, war der darauffolgende Tag von schlechtem Wetter geplagt und wir bahnten uns unseren Weg mit Bus zum naheliegenden Aqua Planet Jeju, das Aquarium der Insel. Wir hatten eine tolle Zeit hier, das Aquarium ist umfangreich und die Tiere selbst waren äußerst aktiv. Zusätzlich gab es eine 30 minütige unterhaltsame Wasserakrobatikshow gefolgt von einer 10 minütigen kleinen Performance von Seelöwen und Delphinen inklusive, ausführlichen Erklärungen in koreanisch.



Nach einem füllenden Mittagessen auch wenn extremst scharf, liefen wir durch das mittlerweile stürmende Gewitter und den strömenden Regen zur nächsten Bushaltestelle, wo uns ein Display freundlicherweise darauf hinwies, dass der nächste Bus erst in 50 Minuten kommen würde, woraufhin wir vollkommen durchnässt einen Uber zu unserer nächsten Unterkunft bestellten und dort den Tag ausklingen ließen.
Tag Nummer 3 lies uns dann wieder mit vollem Elan starten. Nach einem leckeren Frühstück in einem netten Café ging es für uns an die mehrere Kilometer lange Küstenpromenade, die wir bereits am Vortag besuchen wollten. Ein wirklich atemberaubender Weg entlang einem überwachsenen Pfad, direkt an der Küste gelegen und mit strahlendem Sonnenschein untermalt. Wir nahmen uns die Zeit und genossen den 180° Wechsel vom Vortag in vollen Zügen bevor wir Seogwipo, die Stadt im Süden von Jeju, erreichten. Hier angekommen folgten wir einem weiteren Küstenpfad um zu zwei, direkt am Meer gelegenen, Wasserfällen zu gelangen und uns ein paar köstliche Exemplare der Nationalfrucht Jejus zu besorgen, die Jeju-Tangerine oder auch Gomgyul genannt.



Nach einem kurzen Zwischenstopp in unserer Unterkunft und ein paar Besorgungen für die geplante Wanderung am kommenden Tag, ging es für uns auf den Seogwipo Maeil Olle Market, ein traditioneller koreanischer Markt, mit geplantem Abendessen in einem naheliegenden Restaurant. Das Abendessen ist gleich mal gestrichen worden, nachdem wir uns von einem Essensstand zum Nächsten gegessen hatten und wir verbrachten den Rest der Zeit damit die verschiedenen Stände und die Atmosphäre aufzunehmen und zu genießen, bevor wir uns eine erholsame Mütze voll Schlaf gönnten.

Nun kommen wir zu Tag 4 der Jeju Regatta, unsere Wanderung auf den höchsten Berg Südkoreas, Hallasan. Nachdem ich bereits ein Monat zuvor am 1. März einen kostenfreien Slot für die Wanderung für uns reserviert habe, hatten wir keine Probleme beim Kontrollcheck zu Beginn und hatten einen fixen Zeitrahmen in dem wir die Wanderung starten konnten. Die Wanderung an sich war definitiv eine Herausforderung, aber der Wanderweg war schön und der Berg nicht sonderlich überlaufen.

Das Highlight der Wanderung und vielleicht auch der bisherigen Reise, ein 59 jähriger koreanischer Geschäftsmann hat uns nach dem ersten Viertel der Wanderung angesprochen, wir haben Snacks und Verpflegung ausgetauscht und den Rest der Wanderung mit uns gemeinsam im Gespräch bestritten. Das Besorgniserregende für uns, er hat problemlos mit uns mitgehalten und… sich vielleicht auch noch zurückgehalten.

Er hat uns am Ende der Wanderung dann noch zum Essen eingeladen, wir wurden von seinem Sohn abgeholt und die beiden zeigten uns die authentische Art und Weise Korean BBQ zu essen, mit allem was dazugehört.

Es war wahrlich eine einzigartige Erfahrung und wir können stolz behaupten, dass wir aus dieser Wanderung mit einem neuen Freund herausgekommen sind.
Abschließend noch ein paar kleine Infos zur Wanderung:
Start 0700 – Ende 1420
Gesamtdistanz von 20km bei 1200 Höhenmetern Aufstieg auf eine Gesamthöhe von 1950m und anschließenden 1200 Höhenmetern Abstieg.
English:
Jeju – an island forged from the fiery veins of our world. This land was formed over a period of more than a million years by a multitude of volcanic eruptions. Today, it is a landmass defined by oreums (volcanic cones) and lava tunnels, and at the very centre of it all stands Hallasan, a dormant volcano and South Korea’s highest mountain.
Our flight to Jeju went smoothly and was over in a flash. Upon arriving at the airport, the first realisation hit, the airport on Jeju, for just under 700,000 inhabitants across the entire island, is larger than the airport in Busan, which has a population of around 3.5 million. We quickly realised this as we crossed half the airport to store our main luggage there for four days, whilst we set off to explore the island equipped with just a small backpack.
The second realisation came straight after that, when we were greeted by palm trees and a tropical atmosphere as we left the airport. Jeju Island is closer to a tropical island than we’d thought. Unexpected, but a pleasant surprise.


We took this tropical feeling with us to the first destination of our exploration, Hamdeok Beach. Azure waters, a white sandy beach and cliffs of volcanic rock – I don’t think I need to say any more, and if I do, one word should suffice: Hollywood. The beach café was also part of our exploration tour, where we delighted in local delicacies, with the ulterior motive of a culinary adventure.


After a few hours of relaxing on the coast – at times knee-deep in the water – we took the bus on to our first accommodation in the east of the island, in Seongsan. Knowing that the weather would be dreadful the following day, we decided to turn the so-called ‘Sunrise Peak’ into our own ‘Sunset Peak’ and climb it at sunset instead. Unfortunately, although the sun did make a brief appearance, it disappeared behind pesky clouds 30 minutes before sunset, and so the whole thing at “Sunyonara Peak” was a bit of a flop. Nevertheless, we had a few lovely moments and got a little warm-up for the upcoming hike on Jeju.
As predicted, the following day was plagued by bad weather, so we made our way by bus to the nearby Aqua Planet Jeju, the island’s aquarium. We had a great time here; the aquarium is extensive and the animals themselves were extremely active. In addition, there was a 30-minute entertaining aquatic acrobatics show followed by a 10-minute performance by sea lions and dolphins, complete with detailed explanations in Korean.



After a filling lunch – albeit extremely spicy – we walked through the now stormy weather and pouring rain to the nearest bus stop, where a display kindly informed us that the next bus wouldn’t arrive for another 50 minutes. Completely soaked, we ordered an Uber to our next accommodation and spent the rest of the day there.
Day number 3 saw us set off again with renewed vigour. After a delicious breakfast in a lovely café, we headed for the several-kilometre-long coastal promenade that we’d already wanted to visit the day before. A truly breathtaking walk along an overgrown path, situated right on the coast and accompanied by glorious sunshine. We took our time and enjoyed the 180° change from the previous day to the fullest before reaching Seogwipo, the city in the south of Jeju. Once there, we followed another coastal path to reach two waterfalls situated right by the sea and picked up a few delicious specimen of Jeju’s national fruit, the Jeju tangerine, also known as Gomgyul.



After a quick stop at our accommodation and a few errands for the planned hike the upcoming day, we headed to the Seogwipo Maeil Olle Market, a traditional Korean market, with dinner planned at a nearby restaurant afterwards. Dinner was immediately scrapped, however, since we’d eaten our way from one food stall to the next, so we spent the rest of the time taking in and enjoying the various stalls and the atmosphere before treating ourselves to a good night’s sleep.

Now we come to Day 4 of the Jeju Regatta, our hike up South Korea’s highest mountain, Hallasan. Having already reserved a free slot for the hike a month earlier on 1st of March, we had no problems at the checkpoint at the start and were given a fixed time slot in which to begin the hike. The hike itself was definitely a challenge, but the trail was beautiful and the mountain wasn’t particularly crowded.

The highlight of the hike – and perhaps of the trip so far – a 59-year-old Korean businessman who struck up a conversation with us after the first quarter of the hike; we swapped snacks and provisions and spent the rest of the hike chatting together. What was a bit worrying for us was that he kept up with us without any trouble and… perhaps even held back.

At the end of the hike, he invited us to a meal; his son picked us up and the two of them showed us the authentic way to eat Korean BBQ, with all the trimmings.

It was truly a unique experience and we can proudly say that we came away from this hike with a new friend.
Finally, a few details about the hike: Start 0700 – Finish 1420
Total distance of 20 km with a 1,200-metre ascent to a total altitude of 1,950 m, followed by a 1,200-metre descent.